Kampagne: „Arbeit nervt, keine aber auch!“

Warum diese Kampagne?

Immer mehr Menschen in Bremen leben in Armut oder sind von ihr bedroht. Armut bedeutet in dieser Gesellschaft konkret, zu wenig Kohle zu haben. Es bedeutet auch, zu wenig Zeit zu haben und von den wichtigen und schönen Dingen des Lebens ausgegrenzt zu sein. Wer keinen Job findet oder keinen Bock auf Arbeit hat, bekommt dies ganz besonders zu spüren. Die Betroffenen sollen möglichst schnell zur Arbeit gezwungen werden. Dabei spielt es dann auch keine Rolle, ob die Arbeit anständig bezahlt wird, sinnvoll ist oder Spaß macht. Wer sich wehrt und mal ein Arbeitsangebot ablehnt, steht beschissen da und kann sogar den Anspruch auf das Existenzminimum verlieren oder auf der Straße landen. Ähnlich funktionieren auch die gesetzlichen Arbeitsverbote für Geflüchtete. Wer „Glück“ hat und einen Job oder eine Ausbildung findet, hat aber noch lange keine Garantie auf ein gutes Leben. Häufig müssen wir viel zu früh aufstehen, müssen zu lange arbeiten und werden schlecht bezahlt. Immer mehr Menschen sind trotz Arbeit noch auf die Unterstützung ihrer Eltern angewiesen, können nicht von zu Hause ausziehen, brauchen zusätzlich „Hartz IV“ oder sind psychisch oder körperlich überlastet. Besonders betroffen von solchen prekären Lebenslagen sind Jugendliche, Menschen mit Migrationshintergrund, Frauen* und Alleinerziehende.

11254337_888615331235451_7797944358439743049_nWeil wir keine Lust haben, die meiste Zeit unseres Lebens damit zu verbringen, für irgendwelche Chefs unsere Rücken krumzubuckeln und dabei schlecht bezahlt zu werden, oder als „faule“ Arbeitslose verurteilt zu werden, haben wir diese Broschüre geschrieben. Wir wollen damit Betroffenen eine Möglichkeit geben, sich mit ihrer eigenen Situation genauer zu befassen und zeigen, wie wir uns gemeinsam gegen ein System wehren können, in dem es vorrangig um Konkurrenz und Profite geht. Stattdessen kämpfen wir für eine Welt, in der Zusammenhalt und menschliche Bedürfnisse anerster Stelle stehen.

Wer wir sind?

Wir sind die Linksjugend [‘solid] Bremen und der Sozialistisch-Demokratische Studierendenverband (SDS UniBremen). Wir verstehen uns als sozialistisch, feministisch, antifaschistisch und basisdemokratisch und kämpfen zusammen mit vielen anderen Menschen

gegen Armut, Leistunsdruck, Diskriminierung, Sexismus und weitere Unterdrückungsformen. Wir kämpfen für ein schönes Leben für Alle!

Mach doch mit!

Du bist herzlich eingeladen mal bei einem unserer Treffen reinzuschnuppern oder uns per Facebook oder Mail anzuschreiben. Du kannst uns jederzeit bei Aktionen oder Demos auf der Straße ansprechen

Veranstaltungen

postkarte_azubiBist du Azubi? Yup! Geld für’n Jacuzzi? Nope!
mit Miriam Strunge (Linksjugend [’solid] und DIE LINKE) und Fynn Rabe (Azubi Klinikum Mitte)
Wann: 21.10. 19 Uhr
Wo: Tivoli-Saal DGB-Haus, Bahnhofsplatz 28
Facebook: http://www.facebook.com/events/894560197293615/

Für diese Diskussionsveranstaltung haben wir Miriam Strunge (ausbildungspolitische Sprecherin der Linken) und Fynn Rabe (Azubi im Klinikum Bremen-Mitte) eingeladen. Die beiden werden einen Einblick in die aktuelle Situation von Auzubis geben. Dabei wird Fynn vor allem aus persönlichen Erfahrungen im Betrieb und aus seiner gewerkschaftlichen Perspektive erzählen inwiefern die Lage von Azubis heute als prekär und problematisch gesehen werden kann. Miriam wird den Fokus stärker auf gesamtgesellschaftliche Entwicklungen legen und sich dabei auch auf den Ausbildungsreport 2015 beziehen.

Gemeinsam wollen wir schließlich mit Euch diskutieren, was für Möglichkeiten wir als Azubis oder politische Aktivist*innen haben und welche Forderungen wir in die Debatte einbringen können.

 

postkarte_femi-300x213Wer putzt hier eigentlich?- Care Revolution!
Workshop mit der Interventionisischen Linken Bremen
Wann: 31.10. um 14 Uhr
Wo: Linkstreff im Viertel, Friesenstraße 6
Facebook: http://www.facebook.com/events/990978194279349/

Der Streik im Sozial- und Erziehungsdienst, häufig auch Kita-Streik genannt, war vor der Sommerpause in aller Munde. Erreicht werden sollte eine gesellschaftliche Aufwertung von professioneller Sozial- und Erziehungsarbeit, die häufig auch als Care- oder Sorge-Arbeit bezeichnet wird. Aber auch das ‚private Leben‘ ist politisch: Putzen, Kochen, Waschen, Einkaufen, Krankenpflege oder das Betreuen von Kindern – Care-Arbeit ist überall. Wer Lust hat, in die Auseinandersetzung mit ‚Care‘- bzw. ‚Sorge-Arbeit‘ und ihrer gesellschaftlichen Funktion im Kapitalismus einzusteigen, ist bei unserem Workshop herzlich willkommen. Dabei beleuchten wir die geschlechtsspezifischen Zuschreibungen von bezahlter und unbezahlter Care-Arbeit, wollen mit euch über die Möglichkeiten einer „Care Revolution“ als antikapitalistische Praxis reden und gemeinsam Handlungsmöglichkeiten entwickeln.

 

Warum arbeiten wir eigentlich bis der Arzt kommt?
Einführung in Foucaults Theorie der Selbstregierung
Workshop vom SDS Uni Bremen
Wann: 04.11. 16 Uhr
Wo: Uni Bremen, AStA-Etage, Raum A2130
Facebook: http://www.facebook.com/events/1734622663425309/

In der neoliberalen Arbeitswelt wird eigenverantwortliches Handeln großgeschrieben. Zu Ich-AGs ernannt, sollen sich Individuen stets kreativ, flexibel und risikobewusst verhalten. Um optimal für den Arbeitsmarkt gerüstet zu sein, heißt es, haufenweise Praktika absolvieren, dreimal die Woche ins Fitness-Center rennen und bis zum Burnout schuften.

Der französische Philosoph Michel Foucault hat dieses Phänomen der zunehmenden Selbstdisziplinierung als „Regierung des Selbst“ bezeichnet. Dieser Workshop soll in die Theorie von Foucault einführen und anhand von Beispielen verdeutlichen, welche Rolle die Selbstregierung auf dem Arbeitsmarkt spielt. Nicht zuletzt soll auch die Frage diskutiert werden, wie sich vor diesem Hintergrund Widerstand organisieren lässt.

postkarte_migr-300x213Keinen Finger Krumm für diese Gesellschaft!
mit Basisgruppe Antifaschismus
Wann: 8.11. 14 Uhr
Wo: Paradox, Weberstraße 13
Facebook: http://www.facebook.com/events/628196757318993/

Ob als »individuelle Sinnstiftung«, als »Grundlage des Wohlstandes« oder als »Weg zur Selbstverwirklichung« – bei kaum einem Thema herrscht hierzulande so viel Einigkeit wie beim Thema »Arbeit«. Die Menschen in Lohnarbeit zu bringen scheint nicht nur volkswirtschaftlich notwendig, sondern auch menschlich geboten. Quer durch alle Parteien, von DGB bis Arbeitgeberverbänden, von der taz bis zur FAZ – das nationale Bündnis für Arbeit steht.

Auch die radikale Linke frönt zu oft noch diesem Arbeitsfetisch, wenn sie – oldschool mit Klassenkampfparolen oder postmodern im Sinne flexibler Selbstverwertung – etwa den 1. Mai zum »Kampftag« erklärt und für einen »gerechten Lohn« oder »selbstbestimmte Arbeit« eintritt.

Gegen diese ideologische Verklärung der Lohnarbeit gilt es, die Lohnarbeit als Produkt und Voraussetzung alltäglicher Ausbeutung und der Zwänge des globalen Kapitalismus zu begreifen und das nationale Bündnis für Arbeit zu sabotieren.

Die Basisgruppe Antifaschismus Bremen ist eine allgemeinpolitische und libertär-kommunistische Gruppe. Sie ist die Bremer Ortsgruppe des bundesweiten …ums Ganze!-Bündnis.

Schulabschluss und dann?
mit dem Bremer Erwerbslosenverband (BEV) und der Gesamtschüler*innenvertretung (GSV)
Wann: 12.11. 18:30 Uhr
Wo: Linkstreff Gröpelingen, Gröpelinger Heerstraße 120
Facebook: http://www.facebook.com/events/947264592013814/

Nach der Schule hört der Stress nicht auf. In den Übergängen zwischen Schule und Job nimmt der Leistungszwang, der in der Schule schon genervt hat, nochmals zu. Zusammen mit dem Bremer Erwerbslosenverband und der Gesamtschüler*innenvertretung wollen wir über den Übergang von Schüler*innen in den Arbeitsmarkt diskutieren. Wie sehr betrifft Jugendliche Arbeitslosigkeitund und welche Ängste und strukturellen Probleme stehen ihnen bevor, wenn sie ihren Abschluss in der Tasche haben? Und was macht eigentlich die neue Jugendberufsagentur?

Prekarisierung in der Gesellschaft – Prekarisierung in der Uni
mit Miriam Pieschke (Rosa-Luxemburg-Stiftung), Till Kathmann (Wissenschaftlicher Mitarbeiter Uni Bremen) und Anja Stanowsky (AStA Uni Bremen)
Wann: 15.11. 15:00 Uhr
Wo: Kukoon,
Buntentorsteinweg 29
Facebook: http://www.facebook.com/events/1634829150122199/

Prekarisierung trifft schon lange nicht mehr nur die „Ungelernten“ und Schwachen der Gesellschaft. Verunsicherung und soziale Entsicherung sind längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Gut ausgebildete Akademiker*innen hangeln sich von Befristung zu Befristung, vorher dürfen sich Studentische Hilfskräfte schon an diese Bedingungen gewöhnen. Prekarisierung ist nicht nur ein Erzeugnis der Arbeitswelt, sondern wird gleichzeitig gestützt durch steigende Mieten und höhere Kosten für Energie- und Gesundheitsversorgung und ausblutende Kommunen. Über die Ursachen und Auswirkungen von Prekarisierung, mögliche Gegenstrategien und Forderungen wollen wir gemeinsam mit Miriam Pieschke, Referentin im Projekt »Jenseits der Prekarität« der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Till Kathmann, Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni Bremen, und Anja Stanowsky vom AStA-Referat „Gewerkschaft & Universität“ diskutieren.

 

Einführung in die Kritik des Kapitalismus
mit der Linksjugend [’solid] Bremen
Wann: 19.11. 18:00 Uhr
Wo: Linkstreff im Viertel, Friesenstraße 6
Facebook: http://www.facebook.com/events/1638257793081769/

Viele von uns kennen den Begriff „Kapitalismus“ und wissen, dass das irgendein Wirtschaftssystem ist. Da es sich dabei um ein sehr kompliziertes und komplexes Wirtschaftssystem handelt, ist es sehr schwierig zu verstehen, wie der Kapitalismus funktioniert. Die ausführlichste Beschreibung und Kritik des Kapitalismus lieferte Karl Marx im 19. Jahrhundert. Seine Analyse ist bis heute aktuell und hat nicht an Bedeutung verloren.

In diesem Workshop wollen wir uns, angelehnt an Karl Marx, an die Grundmechanismen des Kapitalismus annähern. Neben einer Präsentation soll es auch Diskussionen und spielerische Methoden geben, um Phänomene wie Konkurrenz, Ungleichheit, Krisen und Klassenkampf besser begreifen und verstehen zu können.

Der Workshop richtet sich an Einsteiger*innen.

Organizing
mit dem SDS Uni Bremen
Wann: 22.11. 15 Uhr
Wo: Linkstreff im Viertel, Friesenstraße 6
Facebook: http://www.facebook.com/events/677546092344960/

Die Individualisierungsprozesse des Neoliberalismus führen zu Identitätsverlust und fehlender Gruppenzugehörigkeit. Die Prekarisierten dauerhaft zu empowern und in den politischen Widerstand einzubinden, bleibt eine ungelöste Aufgabe. Organizing-Ansätze zielen darauf ab, Menschen zu aktivieren und für mehr Beteiligung und Mitbestimmung zu begeistern. Viele dieser Ansätze haben sich in der Praxis bewährt. In diesem Workshop wollen wir gemeinsam die Methode des „Transformative Organizing“ erarbeiten und diskutieren.

 

Streiken…und dann?
Perspektiven einer linken Gewerkschaftspolitik
mit Florian Wilde (Rosa-Luxemburg-Stiftung) und Christian Gloede (GEW)
Wann: 26.11. 19:30 Uhr
Wo: Großer Saal, DGB-Haus, Bahnhofsplatz 28
Facebook: http://www.facebook.com/events/411204052401681/

Während die Gewerkschaften in Deutschland in den letzten Jahren eigentlich nur durch die geringen Streiktage im internationalen Vergleich auffielen, gab es dieses Jahr eine (kleine/große) Streikwelle, die sehr in den Medien präsent war. Es wurde über die „Bahnsinnige“ GDL berichtet, Kitas, Post und das Charite Hospital bestreikt. Erleben wir eine Wiedergeburt der so häufig totgesagten Gewerkschaften? Welche Perspektiven gibt es für eine Erneuerung von Gewerkschaften, kann der Krisenkorporatismus herausgefordert werden und welche Perspektiven bieten Gewerkschaften für linke Politik? Dazu diskutieren wir mit Christian Gloede, Landesvorstandssprecher der GEW Bremen und Florian Wilde, Referent für Gewerkschaftspolitik bei der Rosa Luxemburg Stiftung.

 

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Broschüre: Arbeit nervt, keine aber auch!

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