Mahnwache gegen den Mord an Mawda durch Polizisten

— English below —

Sonntag (20.05.18) fand am Hauptbahnhof eine Mahnwache statt für die zweijährige Mawda, die auf der Flucht von Polizist_innen in Belgien erschossen wurde. Auf der Mahnwache gab es Raum für Trauer und Bestürzung und wir haben Flyer verteilt und mit vielen Menschen gesprochen.

Im Folgenden ist der Text des Flyers zu lesen.

Der Rassismus der EU-Asylpolitik erschießt das zweijährige kurdische Mädchen Mawda

Letzten Donnerstag, den 17. Mai 2018, ist an der belgischen Grenze die zweijährige Mawda von Polizist_innen erschossen worden. Warum? Sie saß in einem Auto, welches die Polizei für verdächtigt hielt, verfolgte und anscheinend keinen anderen Weg sah das Auto anzuhalten, weshalb sie in den Lastraum schossen und dabei Mawda ins Gesicht trafen. Sie starb auf dem Weg ins Krankenhaus. Sie wäre noch nicht mal alt genug für den Kindergarten gewesen. Wie kann sich die EU die Menschenrechte auf ihre Fahne schreiben und eine Asyl- und Migrationspolitik verantworten, die so etwas ermöglicht?

Wir sind sprachlos über die unzähligen Menschen, die durch die europäische Asylpolitik ermordet werden: Die vielen Toten im Mittelmeer und an den Landesgrenzen Europas. Die Menschen, die in Asyllagern Suizid begehen, weil die europäischen Zustände nicht auszuhalten sind. Die Menschen die wieder abgeschoben werden und erneut Verfolgung, Hunger und Tod ausgesetzt sind. Die

Menschen, die in Kriegen durch deutsche Waffen sterben. Die Menschen, die durch diese Kriege gezwungen sind ihre Heimaten zu verlassen. Die Menschen, die es überhaupt geschafft haben nach Europa zu kommen und dann mitansehen müssen, wie die Polizei im Herzen der EU ihr Kind erschießt.
Die Kinder, die im Krieg aufwachsen und in der Hoffnung auf eine bessere Perspektive mit ihren Eltern nach Europa fliehen, werden hier, vor unser Haustür, von unserem Rechtsstaat ermordet.

Jede einzelne Person in der Statistik der Toten zählt. Wir wollen nicht abstumpfen angesichts dieser brutalen Realität. Deshalb stehen wir heute und hier und zeigen allen Überlebenden der Brutalität des staatlichen, rassistischen Alltags, dass wir nicht wegschauen, sondern an eurer Seite stehen. Wir stehen solidarisch und haben tiefen Respekt vor der Kraft der Kämpfe geflüchteter Menschen in Deutschland und überall.

Wir rufen alle Menschen dazu auf sich nicht an die Brutalität der Nachrichten zu gewöhnen, nicht an ihnen zu zerbrechen, sondern unsere Wut und Trauer auf die Straße zu tragen und wirkliche Veränderungen einzufordern. Wir fordern, dass die Mörder von Mawda und die Schreibtischtäter_innen der EU Asylpolitik zur Verantwortung gezogen werden!


The racism of the EU-asylumpolicy kills the two year old kurdish girl Mawda

Last thursday, 17th of may 2018 the two year old Mawda was shot by police at the Belgian border. Why? Because she was sitting in a car that the police found to be suspicious, chased and  apparently didn‘t find any other way to stop it, which is why they shot into the truck, hitting Mawda in her face. She died on the way to the hospital. She wasn‘t even old enough to go to kindergarden. How can the EU refer to itself as the center of human rights and implement an asylum and migration policy, that makes such events possible?

We are speechless over the uncounted dead, that have been murdered by the European asylum policy: The dead in the Mediterranean Sea and at the borders of Europe. The people who commit suicide in asylum camps because they can‘t endure any longer the European conditions. The people who get deported back to persecution, hunger and death. The people who die in wars by german weapons. The people who, due to these wars, are forced to leave their homes. The people who have finally made it to Europe and then have to witness how the police shoots their own child in the center of Europe.
The children who grow up in war and, in the hope of a better perspective, flee to Europe with their parents and are being killed by our constitutional state in front of our door steps.

Every single person in this statistics of deads counts. We don‘t want to become dulled considering this brutal reality. This is why we stand here today, showing the survivors of the brutality of state-run racist every day life that we don‘t look away, but stand at your side. We stand in solidarity and have a deep respect for the power of fights of refugees in Germany and everywhere.

We call upon everybody to not get used to the brutality of these images, to not be crushed by them, but to put our anger and grief onto the streets demanding real change. We demand that the killers of Mawda and the EU perpetrators who make the killing decisions in suits at work are being hold accountable!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s