Vergewaltigungsverharmlosung als Wiesenhof-Werbestrategie?!

In dem derzeit viral gehenden Werbespot des Fleischproduzenten Wiesenhof greift dieser auf widerlichste Weise den seit Längerem öffentlich diskutierten Vergewaltigungsfall Gina-Lisa Lohfinks auf. Lohfink hat zwei Männer aufgrund einer Vergewaltigung mit Hilfe von KO-Tropfen angezeigt und wurde im Folgenden öffentlich diffamiert und ihrer Anzeige die Legitimität abgesprochen. Der für sexistische Sprüche bekannte Atze Schröder wirft in dem Werbevideo Wiesenhofs mit „Witzen“ über Vergewaltigungen um sich: „Seid ihr bereit für die größte Wurst des Sommers? Danach müssen Gina und Lisa erstmal  in die Traumatherapie.“ Hierdurch wird die Vergewaltigung Gina-Lisa Lohfinks verharmlost und ins Lächerliche gezogen und Täter-Opfer-Umkehr (victim-blaming) als gesellschaftlicher Standard gefördert.

Dieser Satz stellt nur den Höhepunkt eines Videos dar, das ausschließlich aus einer Aneinanderreihung sexistischer Phrasen besteht und somit zur Zementierung von Sexismus in der Gesellschaft beiträgt. Kombiniert wird dieser Ausdruck ekelhafter Werbung mit einem Deutschland-Trikot, das dem Ganzen einen nationalistischen Unterton gibt, mit dem Wiesenhof besonders zu der aktuell stattfindenden Fußball-EM der Männer punkten will.

„Der bereits durch Tier- und Arbeitsrechtsskandale bekannte Fleischproduzent Wiesenhof setzt durch dieses Werbevideo dem ohnehin schon in der Werbung gängigen Chauvinismus die Krone auf. In Gesellschaft und Öffentlichkeit darf sexualisierte Gewalt nicht weiter verharmlost oder lächerlich gemacht werden“ sagt Tim Ruland, Landessprecher der linksjugend [‘solid] Bremen.

„Das Video zeigt erneut, dass Wiesenhof als Hauptsponsor für den SV Werder Bremen nicht zu akzeptieren ist. Grade weil sich die Fanszene des Fußballbundesligisten durch antisexistische und antifaschistische Inhalte auszeichnet, kann ein Unternehmen mit sexistischen und nationalistischen Werbeinhalten kein glaubwürdiger Partner sein. Wir fordern deshalb die sofortige Auflösung des Werbevertrages“ ergänzt Jan Kohler, ebenfalls Landessprecher der linksjugend [‘solid] Bremen.

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Ein Gedanke zu “Vergewaltigungsverharmlosung als Wiesenhof-Werbestrategie?!

  1. Der Spot ist 3 Monate alt, die Gina-Lisa Affäre ist deutlich jünger. Der Zusammenhang wird hier gar nicht hergestellt …
    Langweilig und doof ist die Werbung trotzdem, war aber auch noch nie Fan von Atze.

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