linksjugend [’solid] Bremen fordert Absage von Naidoo-Auftritt am 5. September auf der Bürgerweide

  „Verschwörungstheoretisch, nationalistisch, antisemitisch, homophob“

Am 5. September findet auf der Bremer Bürgerweide ein Festival mit dem Soul-Sänger Xavier Naidoo statt. Naidoo steht seit Jahren für seine homophoben, antisemitischen, christlich-fundamentalistischen und verschwörungstheoretischen Inhalte in der Kritik. Im vergangenen Jahr trat Naidoo als Redner auf rechtsradikalen Kundgebungen in Berlin auf und erklärte sich selbst für anschlussfähig an NPD und die sogenannte Reichsbürger-Bewegung.

Betreiber der Fläche, auf der das Naidoo-Festival stattfindet, ist die stadteigene BREPARK. Somit ist auch der rot-grüne Bremer Senat mittelbar an dem Happening beteiligt. Die linksjugend [’solid] Bremen fordert von Senat und BREPARK die Absage der Veranstaltung.

Tim Ruland vom Landessprecher*innen-Rat der linksjugend [’solid] Bremen erklärt:

„Naidoo ist kein Popmusiker wie alle anderen. Er nutzt seine hohe mediale Präsenz gezielt für politische Zwecke. Wie kaum ein anderer bekannter Popmusiker propagiert Naidoo Thesen, die sonst nur im neonazistischen Spektrum zu finden sind. In seinen Texten und öffentlichen Äußerungen finden sich offene Gewaltphantasien gegen Homosexuelle und der Ruf nach ‚unseren Führern‘. Er vermutet die USA und von ihm als ‚jüdisch‘ definierte Banker in einer geheimen Weltregierung, die auch die deutsche Politik steuern würde. Entsprechend leugnet Naidoo auch die Staatlichkeit der Bundesrepublik und erklärt sie zu einem besetzten Gebiet – ein Argumentationsmuster, das er von sogenannten Reichsbürgern übernommen hat. Es passte deshalb ins Bild, als Naidoo 2014 vor NPD-Kadern bei einer Kundgebung in Berlin auftrat – und diesen Auftritt anschließend offen verteidigte. In Interviews fantasiert Naidoo außerdem über einen bevorstehenden ‚babylonischen‘ Weltuntergang, vor dem nur das Christentum fundamentalistischer Ausprägung schützen könne.

Die wirren, menschenfeindlichen und anti-emanzipatorischen Inhalte Naidoos sind widerlich. Der Auftritt dieses Sängers ist mit dem von Bürgermeister Sieling angekündigten Einsatz für homosexuelle und queere Identitäten und dem Selbstverständnis Bremens als weltoffene Stadt nicht vereinbar. Wir erwarten, dass die städtische BREPARK den Nutzungsvertrag für das Naidoo-Konzert kündigt und zukünftig keine öffentlichen Flächen mehr für menschenfeindliche Inhalte zur Verfügung stellt.“

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