Freiheit für Valentin – politische Konsequenzen ziehen

Während des letzten Nord-Derbys im April kam es zu Ausschreitungen zwischen linken Ultras und rechten Hooligans. Bei dem Versuch eine Straßenkreuzung zu räumen, soll die Polizei eine Gruppe Ultras in Richtung der Hooligans, die am Verdener Eck standen, getrieben haben. Dies führte wohl zu einer direkten Konfrontation zwischen antifaschistischen Ultras und rechten Hooligans. Mit dabei war wohl auch ein linker Ultra namens Valentin. Dieser sitzt nun seit Anfang des Monats in Untersuchungshaft.

Laut Andrea Wittrock, der Leiterin der Kriminalpolizei wolle man mit Valentin „ein Zeichen gegen Gewalt“ setzen. „Dabei ist uns erstmal egal, ob sie von links oder rechts kommt.“
Diese Aussage zeigt, dass an Valentin ein Exempel statuiert werden soll und der Vorfall von der Bremer Polizei bewusst entpolitisiert wird.

Doch dies ist ein weiteres folgenschweres Signal. Bereits 2007, als rechte Hooligans die Party einer Ultra-Gruppe im Ostkurvensaal stürmten und die Menschen dort brutal angriffen, kam von Politik, Polizei und Gericht kein Zeichen gegen rechte Gewalt.
Auch während des Nord-Derbys 2014 war es den verantwortlichen Personen vollkommen egal, dass eine Gruppe rechter Hooligans, größtenteils vermummt durch die Stadt zog und Passant*innen und Journalist*innen angegriffen hat. Diesen Spieltag bezeichnete die Polizei im Nachhinein sogar als „relativ friedlich“.

Dies alles sind Beispiele, die antifaschistischen Menschen zeigen, man kann sich nicht auf den Staat und die Politik verlassen, sondern muss sich selbst verteidigen.
Doch in solch einer Situation, mit dieser Vorgeschichte, wird mit Valentin wohl ein schneller Prozess gemacht und der Kampf gegen faschistisches Gedankengut wird kriminalisiert.

Außerdem fragen wir uns, warum sich die beiden Jugendorganisationen der Regierungs- parteien in Bremen (Jusos und Grüne Jugend), solidarisch mit Valentin zeigen, aber bislang der Politik, die dazu führt, nichts entgegengestellt haben. Mit Ulrich Mäurer Kaffee trinken, ist kein Zeichen von Solidarität.

Wir wollen aber auch den Ultragruppen von Werder Bremen für ihr Engagement gegen Diskriminierungen aller Art danken. Sie haben es geschafft, dass das Weserstadion eine nazifreie Zone geworden ist. Diese gesellschaftliche Aufgabe, welche seitens der Landesregierung viel zu wenig Unterstützung erhält, möchten wir voll und ganz supporten.

Wir sind mit Valentin solidarisch und fordern seine Freilassung. Auch in der Politik müssen Konsequenzen gezogen werden. Deshalb fordern wir den Rücktritt des Innensenators Ulrich Mäurer (SPD), der nicht nur zuletzt deswegen in einem zweifelhaften Bild erscheint.

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