Stellungnahme der Linksjugend-solid Bremen-Nord zur geplanten Unterbringung von Geflüchteten in Bremen-Blumenthal

Wir, die Linksjugend-solid Bremen-Nord, befürworten die Unterbringung von bis zu 120 Geflüchteten im leerstehenden Pflegeheim in der Kapitän-Dallmann-Straße in Bremen-Blumenthal.

Dem Bericht von Frau Dr. Petra Kodré und unseren Einschätzungen zu Folge bietet das ehemalige Pflegeheim in der Kapitän-Dallmann-Straße in Bremen-Blumenthal eine akzeptable Option für die menschenwürdige Unterbringung von Geflüchteten. Durch die vielen Gemeinschaftsräume könnten eine 24-StundenBetreuung, die ärztliche Versorgung und sogar eine Kinderbetreuung realisiert werden. Umbauarbeiten würden jede Wohnung um eine Küchenzeile erweitern und außerdem die Errichtung einer Kindertagesstätte im unteren Stockwerk ermöglichen.

Das in Blumenthal bereits etablierte Mütter-Frauen-Café bietet einen guten Anschluss, um interkulturelle Aktivitäten weiter auszubauen. Somit wird die Chance geboten, Vorurteile und Ressentiments  gegenüber vermeintlich „Fremden“, wie sie in Bremen-Nord noch immer verbreitet sind, durch direkten Kontakt abzubauen.
Die in Vegesack aus 50 ehrenamtlichen Helfer*innen bestehende Willkommensinitiative hat bereits ihre Unterstützung angekündigt und auch die Bereitschaft einiger Anwohner*innen, sich ehrenamtlich für Geflüchtete zu engagieren, sollte nicht unterschätzt werden. Wir alle in Bremen-Nord tragen Verantwortung, Menschen, die in Not und auf der Flucht sind, die Hand zu reichen und ihnen zu helfen. 

In einem profitorientierten Wirtschaftsystem liegt es nahe, dass Arbeitsplätze und Wirtschaftsinteressen wichtiger als menschliche Grundbedürfnisse sind. Dies erleben wir in vielen Situationen des Alltags, wenn zum Beispiel privatisiert wird, Schulen und Krankenhäuser kaputt gespart werden oder Waffen an Diktaturen exportiert werden. Wirtschaftliche Probleme legitimieren jedoch auch hier vor Ort noch lange keinen Rassismus. Selbst wer unzufrieden ist, muss die Schuld nicht bei sozial Benachteiligten suchen. Stattdessen erwarten wir gerade jetzt Solidarität mit allen Ausgegrenzten, Verfolgten und von Armut Betroffenen. Wir verurteilen die Priorisierung wirtschaftlicher Interessen vorallgemeinen Menschenrechten. Eine Politik der Menschlichkeit zögert nicht, 120 Menschen in Not zu helfen und willkommen zu heißen. Dies sagen wir zum einen, weil wir Lehren aus der deutschen Geschichte ziehen und zum anderen, weil wir in Zukunft ein besseres Leben für alle wollen.

Der Beirat Blumenthal hat jetzt die Möglichkeit, Menschenrechte praktisch umzusetzen. Wir appellieren an den Beirat, eine schnellstmöglichemenschwürdige Unterbringung von Geflüchteten zu garantieren und für die Unterbringung von 120 Geflüchteten in der Unterkunft in der Kapitän-Dallmann-Straße auf der Beiratssitzung Blumenthal am 26.02.2015 zu stimmen. Langfristig streben wir eine dezentrale Unterbringung aller Geflüchteten in eigenen Wohnungen an.

Basisgruppe Bremen-Nord, 12.2.2015
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