Für eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Nahost-Konflikt. Gegen Antisemitismus, antimuslimischen Rassismus und Antizionismus.

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Selbstverständlich stehen wir als Linke im Nahost-Konflikt für Frieden und setzen uns für eine diplomatische und gewaltfreie Lösung ein. Der Landesverband der Linksjugend [ˈsolid] Bremen lehnt dabei aber einseitige Schuldzuweisungen ab. Die Aufarbeitung des Konliktes in seiner Komplexität darf nicht durch vereinfachende Darstellungen und Positionierungen für Antisemitismus, antimuslimischen Rassismus und Antizionismus anschlussfähig gemacht werden.

In Bremen gab es in den vergangenen Tagen mehrere Spontandemonstrationen gegen Israel, die eine klar antisemitische Ausrichtung hatten. Dort kam es zu Angriffen auf mindestens einen Passanten* und einen Journalisten*. Diese wurden als „Scheiß Juden“ beschimpft und eine Person davon schwer verletzt. In Frankfurt wurden bei einer „Free Palestine“-Demonstration ebenfalls antisemitische Parolen laut und es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Die Situation in Gaza wurde z.B. mit dem Holocaust gleichgesetzt. Unter vielen Aufrufen in sozialen Netzwerken gab es ebenfalls zahlreiche antisemitische und antiisraelische Äußerungen bis hin zu Hitler-Glorifizierungen.

Derzeit befinden sich weitere einseitige Aufrufe zu Demonstrationen in ganz Deutschland im Internet. Auch in Bremen soll am 23.07. eine solche Demonstration unter dem Motto „Stoppt die Bombardierung Gazas – Für ein Ende der Eskalation im Nahen Osten“ geben. Einseitige Schuldzuweisungen eignen sich aus unserer Sicht jedoch nicht um im Nahost-Konflikt und der darum stattfindenden Debatte deeskalierend zu wirken.

Die verschiedenen Demonstrationen, wie die am 23.07. in Bremen, sind daher mit großer Vorsicht zu genießen und können Wegbereiter und Ort für weitere antisemitische Äußerungen und Aktionen sein. Daher sprechen wir uns klar gegen eine Teilnahme an diesen Demonstrationen aus.

Der gesamte Konflikt ist aktuell und in seiner Geschichte viel zu komplex, als das einseitige Schuldzuweisungen und Demonstrationen zur Lösung und Beruhigung der Lage beitragen würden. Stattdessen braucht es einen differenzierten, nach vorne gerichteten Blick und den Einsatz für wirklichen Frieden für Alle Betroffenen!

Landesverband linksjugend [ˈsolid] Bremen

(*männlich sozialisierte Personen)

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2 Gedanken zu “Für eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Nahost-Konflikt. Gegen Antisemitismus, antimuslimischen Rassismus und Antizionismus.

  1. Ihr bezieht euch aber auch auf eine ebenso einseitige Meinung! Denn ihr verfolgt ganz klar nur pro israelische Ziele und lasst dabei die andere Seite völlig aus den Augen! Es gibt weder ein pro Israel, noch ein pro Palästina! Beide Seiten zeigen offensichtlich eine Menge Opfer! Der Hass muss auf BEIDEN Seiten aufhören!

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    • Hallo Milli,

      das sehen wir eigentlich ganz genauso wie du. Auf beiden Seiten muss Schluss sein. Leider ist es so, dass es in Bremen in den letzten Tagen mehrere antisemitische Demos gab und zu der am 23.7. relativ einseitig aufgerufen wird. Deswegen bezogen wir uns auch auf diese. Wir würden islamophobe und einseitige Pro-Israel Demos ebenso kritisieren.

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