Reaktion zur antinationalen Demo im Weser Report

Im Weser Report wurde am vergangenen Wochenende eine Kritik an der Demo „Keine Party für die Nation“ im Rahmen der WM geäußert. Auch wir nahmen an dieser Demo teil und fühlten uns mit diesem Artikel aufs Neue nicht richtig verstanden. Daher reagierten wir heute mit folgender Stellungnahme und der Bitte um Veröffentlichung in der nächsten Ausgabe des Weser Reports.

Reaktion auf den Beitrag von Markus Noldes „Debatte überzogen“ vom 13.7.14 im Weser Report. http://www.weserreporter.de/artikelid3498_debatte-ueberzogen.html

Wir, als Linksjugend [’solid] Bremen, nahmen an der erwähnten Demonstration „Keine Party für die Nation“ teil. Da die Presse unsere Sichtweise meistens nicht in ausreichenderweise darstellt, fühlen wir uns falsch verstanden und sehen uns dazu ermutigt diesen Leserbrief zu schreiben. Wir begrüßen Herr Noldes Optimismus, dass die nationalistische Stimmung nach der WM wieder vorübergehe und dass er mit uns zumindest darin übereinstimmt, dass es gut ist, wenn die Fahnen nach der WM wieder verschwinden.
7Für uns ist klar, dass es offensichtliche Formen von Nationalismus gibt, die während der Männer-WM besonders zum Vorschein kommen. Während des Spiels gegen Ghana war das Netz voller rassistischer Äußerungen, wer nicht für Deutschland ist, muss sich rechtfertigen und wir hören noch immer ständig, dass „Wir“ endlich WIEDER stolze Deutsche sein dürften.
Allerdings sehen wir bereits in der Identifikation mit einer nationalen Gemeinschaft, die je nach Geburtsort als naturgegeben erscheint, das Problem. In Verbindung mit einem Wirtschaftssystem, dessen Grundlage der Wettbewerb zwischen Menschen und die Konkurrenz zwischen Nationalstaaten ist, ist die Identifikation mit einer Nation Voraussetzung dafür, dass der Staat „erfolgreich“ in Konkurrenz mit anderen Staaten treten kann und die Konkurrenz zwischen den Menschen mit derselben Staatsbürgerschaft rechtlich absichern kann. Dieser Wettbewerb rechtfertigt ein System, das Armut erzeugt, das immer das Wohl der „eigenen“ Nation ins Zentrum rückt, globale Ausbeutung benötigt und ignoriert. Die Folge ist, dass wir unseren Lebensmittelpunkt nicht frei wählen können, dass Menschen mit Migrationshintergrund einem Anpassungsdruck unterliegen und dass geflüchtete Menschen nicht selten abgeschoben werden. Diesen Anpassungsdruck kann man übrigens bei Kedhira und Özil beobachten, bei denen die Menschen besonders hinschauen, ob sie auch die Hymne mitsingen.
Unsere Kritik richtet sich also an das große Ganze, gegen jeden Nationalismus. Wir wollen nicht einzelne Menschen verurteilen, sondern diese auf die bestehenden Verhältnisse hinweisen. Deswegen nahmen wir auch an der genannten Demonstration teil.
Von Linksjugend [’solid] Bremen
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Ein Gedanke zu “Reaktion zur antinationalen Demo im Weser Report

  1. Moin liebe Linksjugend,
    wenn ihr euer Statement etwas kürzt und daraus einen Leserbrief macht, dürfte einer Veröffentlichung im Weser Report nichts im Weg stehen. Allerdings müssen wir dazu auch einen Namen haben, der stellvertretend für alle hinter diesem Statement steht. Schickt euren Leserbrief einfach an redaktion(at)weserreport.de

    Gruß
    Markus

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