Brot und Rosen – unser O-Wochen-Programm

Liebe Erstis, liebe alle!

Willkommen an der Uni Bremen, die so exzellent ist, dass es überhaupt kein Problem ist, dass es reinregnet und ein Drittel der Stellen bei im Mittelbau gestrichen werden sollen. Die Verhältnisse an der Uni führen mittlerweile vielleicht unfreiwillig dazu, dass die Gründungsidee der „Roten Kaderschmiede“ Uni Bremen doch noch umgesetzt wird: Dass mehr Leute eine Gesellschaft hinterfragen, in der die wirtschaftlichen Interessen mehr zählen als die Bedürfnisse der Menschen. Wir wollen uns darauf aber nicht verlassen, sondern jetzt schon mit euch über Hochschulfinanzierung und Kapitalismus diskutieren (siehe unten).
Wir wollen aber natürlich auch über den Mensatellerrand hinausblicken, und die Frage stellen, warum Frauen und Männer in unserer fortschrittlichen High-Tech-Welt zwar formell gleichgestellt sind, aber immer noch in sehr unterschiedlichen Verhältnissen leben – und wem es nützt und wie wir das ändern. Dazu schauen wir einen Film und machen einen Workshop.
Vielleicht habt ihr euch schon die Frage gestellt, was es mit „Brot und Rosen“ auf sich hat: Das ist nicht nur der Titel des Films, den wir zeigen, sondern auch der Slogan eines Textilarbeiterinnenstreiks in den USA vor über 100 Jahren. Die Frauen forderten nicht nur Brot, um nicht zu verhungern, sondern auch Rosen, als Symbol für das schöne Leben. Und das ist weiter aktuell – Her mit dem ganzen Leben: Brot und Rosen!

 

Mittwoch, 2.10., 16 Uhr:
Hochschulfinanzierung in der Krise
Raum B 2890, GW2

Podiums- und Publikumsdiskussion mit Kristina Vogt (Fraktionsvorsitzende der LINKEN in der Bürgerschaft), Tim Ruland (AStA-Referent für Studium und Lehre),
Sebastian Rave (jugend- und bildungspolitischer Sprecher der LINKEN Bremen)

Als Studierende, die gerade am Anfang ihres Studiums stehen, beginnt für euch jetzt eine spannende neue Zeit. Leider werden euch schon bald einige Dinge an der Uni auffallen, die ihr vielleicht so nicht von einem interessanten, inspirierenden und kritischen Studium erhofft habt. Überfüllte Veranstaltungen, gestresste Dozent*innen oder das Wasser, das von der Decke im GW2 tropft. Die Uni ist unterfinanziert. Es werden Stellen gestrichen, keine neuen Veranstaltungsgebäude gebaut und notwendige Sanierungen nicht durchgeführt.
Warum ist kein Geld für Bildung da, wenn doch ständig alle Verantwortlichen und Politiker*innen davon reden, dass Bildung die wichtigste Ressource der Bundesrepublik ist? Was hat das mit der Schuldenbremse im Land Bremen zu tun? Was ist der Zusammenhang zwischen dem neoliberalen Kapitalismus und der schlechten Finanzierungslage der öffentlichen Hochschulen?

 

Montag, 7.10., 18 Uhr:
Film und Diskussion: Bread and Roses
Raum B 2890, GW2

Der sozialistische britische Regisseur Ken Loach hat mit diesem Film dem Streik der Reinigungskräfte in Los Angeles von 1990 ein Denkmal gesetzt. Damals wehrten sich tausende, vor allem weibliche, prekär Beschäftigte, viele davon illegal eingewandert, gegen niedrige Löhne und Arbeitgeberwillkür. Nach einer wochenlangen gewerkschaften Kampagne unter widrigen Bedingungen konnten tatsächlich deutliche Verbesserungen erkämpft werden.
Der Film erzählt die Geschichte von Maya, einer der ausgebeuteten Einwandererinnen aus Mexiko, die sich der Kampagne anschließt.
Wir wollen danach anhand dieses konkreten Beispiels über die Zusammenhänge von Ausbeutung, Rassismus und Sexismus – und über über die Möglichkeit von Gegenwehr – diskutieren.

 

Dienstag, 8.10., 16 Uhr:
Feminismus – brauchen wir den
überhaupt noch?
Raum B 2890, GW2

Workshop mit Miriam Strunge (Mitglied des Bundes-sprecher*innenrats), Janne Ehlers (Mitglied des Landes-sprecher*innenrats, forscht zum Verhältnis von Kapitalismus und Feminismus)

Die Frage, ob wir den Feminismus noch brauchen wäre ja eigentlich leicht beantwortet – trotzdem zweifeln manche daran. Dabei sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache: Frauen verdienen in Deutschland im Schnitt immer noch 23 % weniger als Männer. Frauen arbeiten pro Tag 100 unbezahlte Minuten mehr im Haushalt als Männer. 83 % aller Frauen arbeiten in schlecht bezahlten Dienstleistungsberufen, wie z.B. den sogenannten Care-Tätigkeiten. Weltweit wird jede dritte Frau in ihrem Leben Opfer von Gewalt.
Wir wollen mit euch im Workshop über die Aktualität von Feminismus, feministische Strategien und Auswege aus dem Patriarchat diskutieren. Dabei wollen wir keine Expertendebatte, für die man erstmal Marx gelesen und verstanden haben muss oder schon seit Jahren in politischen Zusammenhängen unterwegs ist. Wir freuen uns auf jede und ausdrücklich auch jeden!

 

 

Donnerstag, 10.10., ab 20 Uhr:
Kneipenabend mit dielinke.SDS
Wienerhofcafé, Weberstraße 25

Weil diskutieren durstig macht, Brot trocken ist und Rosen zwar schön, aber auch nicht durstlöschend sind, wollen wir mit unseren Genoss*innen von dielinke.SDS im Wienerhofcafé ein paar kühle Getränke genießen, und dabei über Studium, Politik und die Weltrevolution diskutieren. Kommt vorbei!

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