[Update2] Die Bremer SPD und ihre Rassisten: „Manchmal stelle ich mir Situationen vor, in denen ich Obersturmbannführer in der SS bin“

[Warnung: enthält rechtsradikale, insbesondere antiziganistische Zitate]

SPD-Mann Peter Nowack, politischer Beamter in der herausgehobenen Position eines Ortsamtsleiters, fordert schon mal die Kollektivdeportation: „Wir in Blumenthal erwarten, dass der Täter verurteilt und anschließend zusammen mit seinen Eltern abgeschoben wird. Denn wenn ein Jugendlicher über 100 Straftaten begeht, dann hat das auch was mit dem Versagen der Eltern zu tun.“ Dass solche Sippenhaft seit Ende des NS nicht mehr möglich ist, ficht ihn nicht an.

Am anderen Tag will Nowack den Jahrestag der Eingemeindung seines Stadtteils von 1939 mit einem „Jedermannfest“ bei Bier&Bratwurst am Rande einer KZ-Gedenkstätte feiern lassen. Auch das stört die Sozialdemokrat_innen im Rathaus oder auch die sogenannten „Jungsozialisten“ nicht wirklich: Eine offizielle Distanzierung der Partei und ihrer Gliederungen blieb in beiden Fällen aus. Breiter antifaschistischer Protest sorgte aber dafür, dass die „Beachparty auf dem KZ-Gelände“ (BILD) vorerst abgesagt werden musste.

Nun verstarb am 7. Februar eine SPD-Bürgerschaftsabgeordnete. Ihr Platz wird fortan belegt von Martin Korol, 67, pensionierter Lehrer und Doktor der Geschichte. Am 8. Februar, einen Tag nachdem ihm bekannt geworden sein dürfte, dass er jetzt im Landtag sitzt, veröffentlichte dieser Sozi auf seiner Homepage eine mehrseitige rechtsradikale Hetzschrift gegen „die Roma in Bremen“. Das was hier zwischen katholischem Fundamentalismus, Ernst-Jünger-Philosophie und Sozialdarwinismus geschrieben steht, stellt jeden Sarrazin, Buschkowsky oder Ralf Jäger locker in den Schatten.

Nachdem die taz seine Positionen öffentlich gemacht hat, ist der Artikel verschwunden. Oder auch nicht, im Google-Cache und unten angehängt als PDF ist das Geschriebene noch nachzulesen.

Es muss erstaunen, dass eine so hoch entwickelte Stadt wie Bremen ihre Liebe zu Roma entdeckt, die, sozial und intellektuell, noch im Mittelalter leben, in einer uralten patriarchalischen Gesellschaft, gegen die als solche anzugehen gemeinhin stärkstes Anliegen jeder Partei, jeder Kirche und jedes Verbandes in Deutschland allgemein und in Bremen besonders ist.

[…]

Sie kommen aus einer archaischen Welt, aus einem Patriarchat, dessen Männer keine Hemmungen haben, die Kinder zum Anschaffen und Stehen statt zur Schule zu schicken; von einer Herrschaft von Männern, die es für ihr gutes Recht halten, ihre Töchter aus der Schule zu nehmen, wenn sie in die Pubertät kommen, um sie dann zwangszuverheiraten; die ihren Frauen auch mal die Zähne ausschlagen und nur sich selber Stahlzähne gönnen. Viele der jungen Roma-Männer schmelzen sich mit Klebstoffdünsten das Gehirn weg.

[…]

Die Aussicht, dass sie je zum BSP [Bruttosozialprodukt] oder auch nur zur Rente beitragen, wo auch immer und so auch meiner oder der eigenen, ist gleich Null. Sie werden nicht einmal zur Schule gehen können, aber viele Kinder zeugen und für nichts verantwortlich zeichnen und aufkommen können.

[…]

Wir selber können kaum noch zwischen „wichtig“ und „unwichtig“ unterscheiden. Warum sollen wir den Roma helfen? Warum nicht den Indianern im Amazonas-Gebiet oder den Schildkröten an den Küsten des Peloponnes? Bloß weil sie nicht den Weg zu uns fanden? Warum helfen wir nicht den Roma, die in MOE [Mittel-& Osteuropa] verblieben sind, weil sie keine Mittel und Wege zu uns fanden?! Oder den Sex-Sklavinnen aus Osteuropa, die wir herlockten, indem wir die entsprechenden Gesetze liberalisierten? Sind nicht unsere von Demenz befallenen Alten wichtiger?

Was sagt die Parteiführung zu ihrem neuen Bürgerschaftsabgeordneten? Nun, erstmal sei „unklar, ob er das so meint“, so der Vorsitzende Bovenschulte und „darüber wird noch zu reden sein„.

Update: Korol selbst will seine Webseite jetzt dahingehend „überprüfen, ob sie in Inhalt und Form zu meinem neuen Amt“ passt. Von den 10 seiten sind jetzt noch 2 übrig. Offensichtlich habe es „zu Missverständnissen geführt“, deshalb habe er den Text gekürzt, so der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete auf seiner Webseite. Gegenüber dem Weser-Kurier vom Samstag sagte Korol:

„Aber im Prinzip halte ich an meinen Aussagen fest“.

SPD-Gremien, „JUSOS“ und so weiter: schweigen. Wie immer. Auch mit dem Rassisten Korol wird man sich irgendwie einig. Allein schon, damit Innenminister Friedrich mit seinen Attacken gegen Roma und sogenannte „Wirtschaftsflüchtlinge“ kein Alleinstellungsmerkmal im Bundestagswahlkampf besetzen kann.

Update 2: Korol bekommt mittlerweile bundesweite Presse. Die FR schreibt etwa: „Nein, das ist keine Hetze von Neonazis, sondern stand tagelang so auf der Homepage des Bremer SPD-Bürgerschaftsabgeordneten“.

Auch in diesem Artikel bekräftigt der Sozialdemokrat seine Position noch. Eine „längst überfällige Diskussion“ habe er damit angestoßen, er bekomme viel Zuspruch.

Seine Homepage ist mittlerweile nicht mehr regulär erreichbar. Tatsächlich finden sich im Google-Cache aber noch ganz andere Zitate von Korol:

Unter dem Titel „Bin ich Nazi? Bin ich Antifaschist?“ schreibt er am 23.12.2012:

Manchmal stelle ich mir Situationen vor, in denen ich Oberstleutnant
in der Wehrmacht oder Obersturmbannführer in der SS bin

dass glauben wir Ihnen sofort, Herr Korol.

###########################

Der gesamte Text findet sich hier als PDF:

Martin Korol roma in bremen 8. feburar 2013

Advertisements

2 Gedanken zu “[Update2] Die Bremer SPD und ihre Rassisten: „Manchmal stelle ich mir Situationen vor, in denen ich Obersturmbannführer in der SS bin“

  1. Gut auf den Punkt gebracht. Danke. Nationalistisch, Rassistisch und Antiziganistisch wie sonst was! Dass solche Leute in der Bürgerschaft zu Wort kommen ist ’ne Schweinerei!

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s