Bildung…

 

…oder Banken?

Der Rot-Grüne Senat will seinen Haushalt (auch) auf dem Rücken der SchülerInnen sanieren. Jährlich sollen 1,2% des Personals weggekürzt werden, damit die Schuldenbremse eingehalten werden kann. Aktuell wurde 1500 Stunden in der Gymnasialen Oberstufe gestrichen. Damit fallen viele Kurse weg, werden zusammengelegt oder vergrößert. Die Bildungsbehörde  plant unterdessen bereits die Kürzungen für die nächsten Jahre.

Wenig zimperlich agieren die Regierugen, wenn es um die erneute Bankenrettung im Zuge der Euro(schulden-)krise geht. Der Bremer Senat, der an den Schulen und den KiTas spart (10 Cent pro Tag und Kind weniger für Essen), hat beschlossen, die entsprechenden Gesetzesänderungen im Bundesrat mitzutragen.
Die sogenannte Eurorettung, die eine Rettung der Banken ist, würde Deutschland 211 Milliarden kosten (das wären umgerechnet ca. 110 Millionen Lehrerstunden! oder 21 Milliarden ungekürzte KiTa-Essen im Grünen Sozialressort!) . Im Endeffekt landet dieses Geld aber immer bei den Banken: Schafft es z.B. Griechenland, mit Bildungs- und Sozialkürzungen irgendwie seinen Staatshaushalt zu sanieren (was utopisch ist), müssten die Zinsen abgedrückt werden. Wenn sich Griechenland dem Spardiktat der EU nicht beugen kann oder will, bekommt es keine Hilfen mehr, geht pleite, und die Garantien aus dem  „EU-Rettungsschirm“ greifen: Die Banken bekommen das Geld dann sowieso. Das Geld, was angeblich ebn noch nicht für Bildung, Gesundheit etc. bereitstand – sondern gekürzt werden muss.
Aber selbst wenn nicht gekürzt werden würde – Schule, so wie sie jetzt ist, ist auch kein Zuckerschlecken:
im Kapitalismus
In keinem anderen westlichen Industrieland sind die Bildungschancen so sehr von der sozialen Herkunft abhängig wie in Deutschland. In Bremen studieren dreiviertel der Kinder aus AkademikerInnenfamilien, aber nur 23% der Kinder aus ArbeiterInnenfamilien. Gleichzeitig steigt die Zahl derer, die die Schule ohne jeden Abschluss verlassen stetig: JedEr 13. verlässt die Schule ohne Abschluss und landet mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Schikane des Arbeitsamtes und in der Armut.
Aufgabe der Schule im Kapitalismus ist es nach wie vor nicht, die Persönlichkeit und Fähigkeiten der Einzelnen zu entfalten und sie zum solidarischen Leben in der Gesellschaft zu befähigen. Vielmehr hat Bildung die Aufgabe, durch Selektion und Disziplinierung verwertbare Arbeitskräfte für den kapitalistischen Arbeitsmarkt hervorzubringen. Wer nicht den Ansprüchen des Arbeitsmarkts entspricht, wird direkt durch entsprechende Schulabschlüsse „markiert“ und aussortiert.
Es  wird aber nicht nur soziale Auslese betrieben, sondern auch für den langweiligen Arbeitsalltag vorbereitet. Unterricht ist fast immer theoretisch, für Praxis fehlen meist Zeit und Geld. Statt Zusammenhänge aufzuzeigen, werden nur  (auswendig) lernbare Teile im Frontalunterricht gepaukt. So wie im Betrieb später gibt es auch keine Mitbestimmung darüber, was oder wie gelernt wird.
…stellen wir uns anders vor
  • Rücknahme aller Kürzungen!
  • Freie, gut ausgestattete Bildung für Alle!
  • Radikale Demokratisierung aller Bildungsinstitutionen!
Unser  Ziel ist selbstbestimmtes Lernen ohne Leistungsdruck, Noten, und Konkurrenz
Das wäre Bildung in einer Gesellschaft, in der die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist. Wir glauben, dass das kapitalistische Profitsystem dem im Weg steht. Weg damit!
Veranstaltung am 21. 11., 19h: Vorstellung Buch Schwarzbuch Schule + Workshop: Wie stellen wir uns eine andere Bildung vor?
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