Klägliche NPD-Kundgebung – massiver antifaschistischer Widerstand

Ein dutzend (12) Leute hatte die NPD-Bremen mobilisiert. Abgeschirmt von 150-200 PolizistInnen gelang es gut 350 AntifaschistInnen die Nazi-„Kundgebung“ auf dem Domshof immer wieder massiv zu stören.

Erste Gerüchte, die NPD wolle Samstagabend auf dem Domshof auftreten, gab es am Freitag. Samstag früh folgte die Bestätigung, umgehend liefen Telefonketten und Emailverteiler heiß. Das Ergebnis konnte sich ein paar Stunden später durchaus sehen lassen: Massenhaft Leute aus allerlei linken Gruppierungen protestierten gemeinsam mit  vielen bunt gemischten Einzelpersonen, der organisierten SchülerInnenschaft, Studierenden, Gewerkschaftsleuten usw. Auch aus den drei Stadtbremer Kreisverbänden unserer Partei waren erfreulich viele Menschen dabei, u.a. das Spitzen-Duo Kristina Vogt, Klaus-Rainer Rupp und der Fraktionsvorsitzende Peter Erlanson.

Der Protest gestaltete sich angesichts der schieren Menge hinzugezogener Polizei nicht ganz einfach: Schon am Bahnhof waren dutzende Lüneburger Einheiten präsent, die City war ebenfalls vollgestellt. Aus der Buchtstraße formierte sich kurz vor Beginn der NPD-Kundgebung dennoch ein entschlossener Demonstrationszug Richtung Glocke/südlichem Zugang zum Domshof, wo allerdings kein Durchkommen war. Es ging anschließend im Laufschritt vorbei am Rathaus in die Katharinenstraße zum Schüsselkorb um von Norden auf den Platz zu gelangen.

Als junge AntifaschistInnen die anliegenden Einkaufspassagen als Abkürzung wählten, kam es zu einzelnen Auseinandersetzungen der harmlosen Art (Drängeleien, Schubsereien, Drohgebärden…). Während der größere Teil der DemonstrantInnen an der Haltestelle Schüsselkorb abermals von der Polizei gestoppt wurde und kurzerhand eine Kundgebung anmeldete, konnten vor allem diejenigen, die sich nicht am Sprintduell mit der Polizei beteiligt hatten, unbehelligt auf den Platz gelangen. Später sickerten immer weitere Grüppchen durch die Absperrungen. Der Rest machte sich lautstark von den umliegenden Straßen bemerkbar.

In der hintersten Ecke des Domshof spielte die NPD Rechtsrock, zeigte Flaggen und Transparente. Ex-DVU-Bundesvorsitzender Matthias Faust, Listenplatz 2, hielt Reden, von denen niemand ein Wort verstand. Öffentlichkeitswirkung = 0. Bis auf die anwesende Presse, die Polizei und die AntifaschistInnen musste kein Mensch ihre Hetze ertragen. Ein Schmankerl neonazistischer Idiotenprosa sei hier für die Nachwelt trotzdem dokumentiert: „Kein Konto für die NPD [an der Landesbank, d.V.] – Demokratie 2.0“.

Von allen Seiten eingekreist durch Polizei, hunderte AntifaschistInnen und gegen diese gerichtete bissige Schäferhunde ohne Maulkorb (Herr Mäurer, Herr Münch, Stichwort Verhältnismäßigkeit? Geht’s noch? ) machte es den Neonazis sichtlich wenig Spaß. Sie wurden von Sprechchören übertönt, zeitweise von zwei Seiten gleichzeitig mit Gemüse beworfen  und werden ihre klägliche Kundgebungsversuch vermutlich nicht mal in den eigenen Reihen noch als Erfolg umdrehen können. Dafür spricht auch, dass weder die relativ mobilisierungsstarke JN aus Delmenhorst noch Neonazis aus dem sonstigen Umland ihren Bremer „KameradInnen“ beim anstehenden Desaster beistehen wollten.

Währenddessen verteilten linke Gruppen außerhalb der Polizeiketten Flugblätter an die PassantInnen und bekamen überwältigenden Zuspruch für ihr Engagement. Kein Mensch in Bremen will die NPD. Nicht heute, nicht am 1. Mai, nicht in der Bürgerschaft und auch nicht sonstwo.

Nachdem in Findorff schon ein erster Infostand für die Nazis wenig ruhmreich verlief, wurde mit dem heutigen Tag ein weiteres erfreuliches Zeichen antifaschistischer Mobilisierungsstärke und Entschlossenheit erbracht.

Fazit: Die Strukturen funktionieren, der Nazi-Wahlkampf kann gemeinsam zum totalen Reinfall gemacht werden.

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