Gegen Salafismus und Rechtspopulismus – Für internationale Solidarität!

– Zeit und Ort folgen noch –

Am 03.09 wird in Bremen der fundamentalistische Prediger Pierre Vogel eine Kundgebung gegen den IS halten. Der Anlass dazu ist, dass er Morddrohungen erhalten hat. Bei Pierre Vogel selbst handelt es sich um einen deutschen Konvertit, der dem salafistischen Spektrum zuzuordnen ist. Dieser steht für eine besonders rigorose Auslegung des muslimischen Glaubens. Während seiner Kundgebungen werden oft religiöse (Schlacht)parolen gerufen.

Seine Auftritte sind immer auch Anlass für Rassist*innen aller Couleur ihre Ressentiments gegen „ nicht-deutsche“ Menschen zu verbreiten. Dazu gehören rechte Hooligan-Gruppen und rechte Parteien.

Bei Salafisten und Nazis wollen wir nicht „Das kleinere Übel“ wählen: Wir stehen gegen Menschenfeindlichkeit jeder Art und veurteilen sowohl die Standpunkte von Salafist*innen als auch die von Rassist*innen.

Deshalb rufen wir auf, sowohl gegen den sexistischen und menschenverachtenden Fundamentalismus von Pierre Vogel und seinen Anhänger*innen, als auch gegen den Rassismus von Hooligans und „besorgten Bürgern“ am 03.09 auf die Straße zu gehen!

Organisator*innen:

Basisgruppe Antifaschismus
Linksjugend [’solid] Bremen
Antifaschistische Gruppe Bremen
Bund der Alevitischen Jugendlichen Bremen
Kurdischer Verein – Birati e.V.
Kurdistan Solidaritätakommitee
Interventionistische Linke Bremen
AStA Hochschule Bremen
SAV Bremen

Gegen Militärdiktatur und Gottesstaat! Unterstützt die fortschrittlichen und linken Kräfte in der Türkei und Kurdistan!

akp0 akp1Kurze Stellungnahme zum Putschversuch in der Türkei und der Kundgebung türkischer Nationalist*innen und AKP-Fans (UETD) am Bremer Hauptbahnhof am 15. & 16. Juli:

Am 15.07 kam es am Abend zu einem Putschversuch in der Türkei. Eine kleine Gruppe innerhalb des Militärs versuchte die bestehende Ordnung gewaltsam zu stürzen. Anders als bei den Militärputschen der Vergangenheit, die die Türkei 1960, 1971, 1980 und 19akp297 heimsuchten, ging der gescheiterte in den letzten Tagen nicht von der Militärführung aus. Die Putschisten beschossen in der Nacht zum 16.07 das Polizeihauptquartier, die Geheimdienstzentrale sowie das Parlament. Kurzzeitig belagerten die Putschisten den Atatürk Flughafen und den Fernsehsender TRT. Anschließend rief Erdogan seine Anhänger*innen über eine Videobotschaft dazu auf, sich geschlossen gegen die Putschisten zu stellen. Staatlich gelenkte Moscheen verbreiteten diese Aufforderung. Dem Aufruf folgten dann ein großer Teil seiner Anhänger*innen. Es kam zu Übergriffen bis hin zum Lynchmord an vermeintlichen oder tatsächlichen Putschisten. Am Wochenende wurden Büros der Linkspartei HDP angegriffen und alevitische Stadtviertel von bewaffneten Islamisten bedroht.

Wie die kurdische Bewegung richtig feststellt, handelt es sich in der Türkei um einen Machtkampf reaktionärer Strömungen. Antifaschistische Kräfte sollten sich auf keine der Seiten stellen. Vielmehr muss der politische Kampf gegen das AKP-Regime nach dem Putschversuch verbreitert und verstärkt werden, damit Chaos und Gewalt ein Ende finden und eine neue und demokratische Türkei entstehen kann (http://civaka-azad.org/keine-der-konfliktparteien-verteidi…/). Erdogan plant allerdings das genaue Gegenteil, wie wir jetzt bei seinen „Säuberungsaktionen“ sehen können.

Auch hierzulande gingen die AKP-Anhänger*innen auf die Straße und folgten dem Aufruf Erdogans. In der Nacht zum 15.07 versammelten sich viele (junge) Nationalist*innen am Bremer Hauptbahnhof. Auch wurden teilweise Menschen aus Bremerhaven für die spontane Kundgebung mobilisiert. Vor Ort wurden dann nationalistische, militaristische und religiöse Schlachtrufe gerufen. Die Anhänger*innen solidarisierten sich offen und explizit mit Erdogan. Auch ein Landtagsabgeordneter der Bremer SPD nahm an der nächtlichen Pro-Erdogan-Kundgebung teil.

Video der Kundgebung mit entsprechenden Parolen:
https://m.facebook.com/story.php…)

Am 16.07 meldete die UETD Bremen („Union der Europäisch-Türkischen Demokraten“) eine weitere Kundgebung am Bremer Hauptbahnhof an. Um 18 Uhr versammelten sich dann Menschen, um sich noch ein weiteres Mal zu positionieren und Flagge zu zeigen. Tagsüber wurden erneut nationalistische und religiöse Schlachtrufe gerufen. Das Polizeiaufgebot war etwa höchstens 10-15 Personen stark. Wichtig ist hier anzumerken, dass das einfache Sicherheitsleute waren. Dass durch die Gruppe vor Ort eine mögliche Gefahr ausgehen konnte, wurde nicht beachtet. Im Gegenteil: In einem sodann veröffentlichten Artikel des Weser Kurier haben Polizist*innen gemeint, dass die Kundgebung friedlich gewesen sei, obwohl Parolen gerufen wurden, die ähnlich von radikalen Nationalist*innen und Islamist*innen genutzt werden.

http://www.weser-kurier.de/…/bremen-stadtreport_artikel,-De… +
http://www.weser-kurier.de/…/bremen-politik-wirtschaft_arti…

Nationalist*innen haben allesamt dieselbe Sprache: Ausgrenzung, Rassismus und letztendlich Faschismus.

Gegen jeden Nationalismus
Gegen Militärdiktatur und Gottesstaat
Keine Solidarität mit Erdogan
Nieder mit jeder Autokratie

Unterstützt die fortschrittlichen und linken Kräfte in der Türkei und Kurdistan!

Vergewaltigungsverharmlosung als Wiesenhof-Werbestrategie?!

In dem derzeit viral gehenden Werbespot des Fleischproduzenten Wiesenhof greift dieser auf widerlichste Weise den seit Längerem öffentlich diskutierten Vergewaltigungsfall Gina-Lisa Lohfinks auf. Lohfink hat zwei Männer aufgrund einer Vergewaltigung mit Hilfe von KO-Tropfen angezeigt und wurde im Folgenden öffentlich diffamiert und ihrer Anzeige die Legitimität abgesprochen. Der für sexistische Sprüche bekannte Atze Schröder wirft in dem Werbevideo Wiesenhofs mit „Witzen“ über Vergewaltigungen um sich: „Seid ihr bereit für die größte Wurst des Sommers? Danach müssen Gina und Lisa erstmal  in die Traumatherapie.“ Hierdurch wird die Vergewaltigung Gina-Lisa Lohfinks verharmlost und ins Lächerliche gezogen und Täter-Opfer-Umkehr (victim-blaming) als gesellschaftlicher Standard gefördert.

Dieser Satz stellt nur den Höhepunkt eines Videos dar, das ausschließlich aus einer Aneinanderreihung sexistischer Phrasen besteht und somit zur Zementierung von Sexismus in der Gesellschaft beiträgt. Kombiniert wird dieser Ausdruck ekelhafter Werbung mit einem Deutschland-Trikot, das dem Ganzen einen nationalistischen Unterton gibt, mit dem Wiesenhof besonders zu der aktuell stattfindenden Fußball-EM der Männer punkten will.

„Der bereits durch Tier- und Arbeitsrechtsskandale bekannte Fleischproduzent Wiesenhof setzt durch dieses Werbevideo dem ohnehin schon in der Werbung gängigen Chauvinismus die Krone auf. In Gesellschaft und Öffentlichkeit darf sexualisierte Gewalt nicht weiter verharmlost oder lächerlich gemacht werden“ sagt Tim Ruland, Landessprecher der linksjugend [‘solid] Bremen.

„Das Video zeigt erneut, dass Wiesenhof als Hauptsponsor für den SV Werder Bremen nicht zu akzeptieren ist. Grade weil sich die Fanszene des Fußballbundesligisten durch antisexistische und antifaschistische Inhalte auszeichnet, kann ein Unternehmen mit sexistischen und nationalistischen Werbeinhalten kein glaubwürdiger Partner sein. Wir fordern deshalb die sofortige Auflösung des Werbevertrages“ ergänzt Jan Kohler, ebenfalls Landessprecher der linksjugend [‘solid] Bremen.

 

„Wenn aus 80 Millionen ein Team wird…“ Kritische Veranstaltungsreihe zur Männer-EM

Die SJ–Gruppe der Falken Bremen und die Linksjugend [’solid] Bremen organisieren eine kritische Veranstaltungsreihe anlässlich der Fußball EM der Männer 2016.

Die EM beginnt und die Leute haben nichts Besseres zu tun, als mit Fahnen ihre nationale Identität zur Schau zu tragen. „Partypatriotismus“ erfüllt das ganze Land und auf dem Spielfeld steht augenscheinlich nicht irgendeine Mannschaft – sondern dort stehen „wir“.

Plötzlich spielen gesellschaftliche Widersprüche und soziale Ungleichheit in der Öffentlichkeit keine Rolle mehr. Dies beweist zum Beispiel der französische Präsident, der die EM instrumentalisieren will, um den aktuellen Streiks und Protesten in Frankreich den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Auch die Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern ist heute eigentlich kein off-topic mehr, doch zeigt sich im Fußball ein anderes Bild.

„Der „Shitstorm“ den Claudia Neumann als erste weibliche EM-Kommentatorin über sich ergehen lassen musste, zeigt wie es tatsächlich um die Gleichberechtigung im Fußball steht“, so Maren Beuchers von der Linksjugend.

Mareike Hensel von den Falken ergänzt: „Das Totschweigen der sozialen Proteste in Frankreich, zunehmende nationalistische und sexistische Vorfälle auf Fan-Meilen und herumwütende Hooligans bestätigen uns schon nach wenigen Tagen. Es gibt keine Alternative zu einer kritischen Auseinandersetzung mit Nationalismus, Sexismus und Homophobie im Fußball.“

Mit diesen und weiteren Fragen setzen wir uns in der Veranstaltungsreihe „This one´s not for me“ auseinander. “ Erklärt die Sprecherin der SJ-Guppe die Falken Bremen.

Termine:

19. Juni 16 um 19Uhr im Paradox (Bernhardstr. 12) in Bremen: „Schwule Fotzen?! Sexismus, Homophobie und Selbstermächtigungsstrategien im Fußball“ Mit einer Vertreterin den Netzwerks F_in – Frauen im Fußball,

23. Juni 16 um 19Uhr im Paradox (Bernhardstr. 12) in Bremen: „Wenn aus 80 Millionen ein Team wird“ mit Thorsten Mense

4. Juli 16 um 19Uhr in der Buchte in Bremen: „Politik in der Kurve – von Antifaschismus und Antidiskriminierungs Arbeit im Fußball“ mit Aktiven aus der Bremer Fanszene

Gemeinsame Presseankündigung der SJ – Die Falken Bremen und der Linksjugend [’solid] Bremen vom 15.6.2016

„This one´s not for me!“

Gemeinsam mit unseren Freund*innen der Sozialistische Jugendgruppe – SJ – Falken Bremen organisieren wir insgesamt drei Veranstaltungen, die sich kritisch mit der Europameisterschaft, Nationalismus und Sexismus im Fußball auseinadersetzten!

Auch diesen Sommer kennen die Medien nur ein Thema: Die ‪#‎Europameisterschaft‬ der Männer. Neben diesem sportlichen Großereignis wird es wenig Platz geben. Beiträge zu politischen Themen werden erfahrungsgemäß in den Kommentarspalten platz nehmen müssen. Die Städte werden im Fahnenmeer versinken und die Produkte im Supermarkt kennen nur noch drei Farben: Schwarz Rot Gold. In den Kneipen treffen sich die Fußballfans, bunt geschmückt in „ihren“ Farben und werden „endlich mal wieder stolz auf ihre Nation sein dürfen“. Beim Publicviewing werden Macker, Nazis und „besorgte Bürger“ mit „normalen“ Fußballfans Seite an Seite stehen und um „ihre“ Mannschaft bangen. Letzte Woche noch standen sie bei einer Pegidademo auf verschiedenen Seiten, doch wenn Löwi’s Jungs auf den Platz laufen, taumeln alle im nationalen Fieber.

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Spenden Projekt Seehilfe

Hallo liebe Menschen, 
Wir sammeln für die Sizilienfahrt der Gruppe „Projekt Seehilfe e.V.“ Spenden. 
Das Projekt Seehilfe kümmert sich um geflüchtete Menschen, die in Sizilien ankommen.
Hierfür werden folgende Dinge benötigt:
Enge Unterhosen, schwarz in Größe S und M (Neuware)
Zahnbürsten (Neuware)
Duschgel (Probengröße)
Abgegeben werden können sie am 05. April und dem 12. April von 18.30 Uhr bis 21.00 Uhr 
im „Links-Treff“ Friesenstraße 6, 28203 Bremen.
Liebe Grüße,
Solid Bremen

Mobi Frauen*Kampftag(e)

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Die Interventionistische Linke hat mit uns zusammen einen Bus für die Anreise am 12.3. zur Frauen*Kampftagsdemo nach Köln organisiert. Für alle, die mitfahren wollen gibt es Tickets im Golden Shop für einen selbstbestimmten Preis zwischen 6 und 15 Euro.
 
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Menschen, die schon zur Frauen*kampftagsdemo diesen Sonntag nach Berlin wollen:
 
Es gibt eine gemeinsame Anreise mit dem Zug um 6:18 Uhr ab Hbf Bremen.
Wir treffen uns um 6:00 Uhr am Info-Point. 

Solidarität mit dem Landesverband Baden-Württemberg – Parteiausschluss von Lafontaine

Der Bremer Landesverband der linksjugend [’solid] befürwortet und unterstützt das vom Landesverband der linksjugend [’solid] Baden-Württemberg beantragte Parteiausschlussverfahren gegen Oskar Lafontaine.

Stellungnahme der Genoss*innen aus Baden-Württemberg:
(online unter: http://linksjugend-solid-bw.de/blog/pm-linksjugend-beantragt-parteiausschluss-oskar-lafontaines/)

Die Linksjugend [‘solid] Baden-Württemberg hat den Parteiausschluss des ehemaligen LINKE.-Vorsitzenden Oskar Lafontaine beantragt. Lafontaine hatte zuletztmehrfach eine Obergrenze für Geflüchtete in Deutschland gefordert, um der Angst vor einer “Asylflut” entgegenzuwirken und die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung zu erhalten (Siehe Quellen). 

“Als [‘solid] Baden-Württemberg sind wir der Überzeugung, dass Rassismus, Sexismus und andere Formen diskriminierenden Verhaltens nichts in der Partei DIE LINKE. verloren haben”, erklärt Ryk Fechner, Landessprecher der Linksjugend [‘solid] Baden-Württemberg: “Lafontaine skandiert, es gäbe Rassismus, weil es zu viele Geflüchtete gibt. Damit verkehrt er Ursache und Folge.”

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Solidarität mit Sexarbeiter*innen Nein zum neuen Prostituiertenschutzgesetz – Nein zu Bevormundung und Fremdbestimmung im sexuellen Dienstleistungsgewerbe

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Obwohl Sexarbeit eine längst etablierte Form der Dienstleistungen innerhalb unserer Gesellschaft darstellt und seit 2002 in der BRD als legal gilt, werden Sexarbeiter*innen im Alltag und im Berufsleben immer noch stark stigmatisiert. Dies drückt sich zum einen in der fehlenden Anerkennung ihres Berufes und zum anderen in häufig miserablen Arbeitsbedingungen aus. Damit sich hieran etwas ändert, müssen die Rechte und der Schutz von Sexarbeiter*innen gestärkt werden und selbstbestimmte Sexarbeit in allen Bereichen als Beruf anerkannt werden. Hierzu ist es wichtig, auf zentrale gestellte Forderungen von organisierten Sexarbeiter*innen (z.B. des BesD e.V.) einzugehen. Diese fordern seit Jahren eine bessere finanzielle Austattung von Beratungsstellen. Darüber hinaus werden anerkannte Interessensvertretungen und eine gute soziale Absicherung in Anlehnung an die Künstlersozialkasse gefordert. Die Umsetzung der letzteren Forderungen würde dazu führen, dass Sexarbeiter*innen wie andere Beschäftigte gemeinsam und besser für ihre eigenen Rechte eintreten könnten. Sie könnten nach rechtlichen Standards für bessere Bezahlung, bessere Arbeitsplätze und bessere gesundheitliche Vorsorge eintreten.

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Veranstaltung: Hate-Speech, Antifeminismus und feministische Gegenwehr im Netz

HateSpeech

Mittwoch, 2. März um 19 Uhr

Jugendhaus Buchte, Buchtstraße 14/15

Hate-Speech, Antifeminismus und feministische Gegenwehr im Netz
Vortrag und Diskussion mit Helga Hansen

Von den Slutwalks bis #Aufschrei haben feministische Aktivist*innen dank des Internets viel bewegt. Gleichzeitig organisieren sich zunehmend antifeministische Kräfte über das Netz. Zu ihren Taktiken gehören Beleidigungen, Todesdrohungen oder Vergewaltigungsphantasien. Die Gegenwehr ist schwierig, da die so ausgeübte Gewalt häufig unterschätzt wird. Außerdem wird die politische und gesellschaftliche Bedeutung des Internets erst langsam anerkannt.

Im Vortrag von Helga Hansen geht es um Hate Speech als Gewaltakt, aktuelle antifeministische Übergriffe und Strukturen. Als Aktivistin kennt sie schließlich feministische Gegenstrategien.

Helga Hansen ist Ingenieurin und arbeitet als Technikjournalistin beim Make Magazin. Seit 2009 schreibt sie für feministische Blogs, erst die Mädchenmannschaft, jetzt Femgeeks und Herzteile.